Epiphaniaszeit: Anbetung der Könige

Erstellt am 01.11.2020

Am 10. Januar feiern wir den 1. Sonntag in der Epihaniaszeit. Sie begann am 6. Januar mit dem Ephphaniastag, einem der ältesten christlichen Feste. Der Name „Epiphanias“ ist abgeleitet vom griechischen Wort „epiphaneia“; das bedeutet „Erscheinung“. Christ*innen feiern an diesem Tag das Erscheinen Gottes in der Welt bei der Geburt Jesu. Erzählt wird aus diesem Anlass die Weihnachtsgeschichte nach dem Matthäusevangelium (2. Kapitel). Danach weist ein Stern am Himmel Weisen aus dem Morgenland den Weg nach Bethlehem, dem Geburtsort Jesu. Aus dieser Erzählung wurde im Laufe der Jahrhunderte die Legende von den "Heiligen Drei Königen“.


Mir ist bei der Legende von den Heiligen drei Königen ein Gedicht von Martin Ronecker wichtig geworden: Anbetung der Könige. Es steht in einem alten Büchlein, dass mir der damalige Superintendent Rolf Sonnemann zu meiner Ordination geschenkt hat.

Anbetung der Könige

Sie kommen von weither.
Jeder aus seinem Ort
Geprägt von seinen Erfahrungen
Erfüllt mit seinen Zielen, seinen Plänen,
seiner Sehnsucht.

Verschieden treten sie vor das Kind.
Andächtig der eine
Fragend der andere
Atemlos der dritte
Als unterschiedliche Menschen
werden sie auch wieder weggehen
Doch darin sind sie gleich
Dass er sie alle willkommen heißt
Dass sein ausgebreiteter Arm jedem gilt
Und dass sie alle vor ihm knien können,
um ihn anzubeten

Da tritt das Trennende zurück
Da wird das eigene Profil weniger wichtig
Da gibt es etwas, das eint und froh macht
Wir haben uns angewöhnt
unsere Eigenständigkeit zu betonen
Wir beachten sorgfältig die persönliche Note
Wir unterstreichen was uns von anderen unterscheidet

Nachdem wir so lange das Trennende
hervorgehoben haben
wird es Zeit, an das zu denken,
was uns allen gemeinsam ist

Wer über Gott zu staunen beginnt
Wer dankbar sein kann für seine Nähe
Wer das Geheimnis seiner Liebe anbeten lernt
Ist auf dem Weg dazu

Er kann die verbindende
und die verwandelnde Kraft
des menschgewordenen Gottes erfahren

Martin Ronecker


Ihnen allen eine gesegnete Epiphaniaszeit!

Ihr Pfarrer Eugen Soika